Wie wir arbeiten

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Der Verein Flüchtlinge werden Nachbarn in Ense e.V. besteht jetzt schon so lange, dass sich in dieser Zeit vieles verändert hat. Seit dem 2015 so viele Menschen nach Deutschland und nach Ense kamen, haben sich die Herausforderungen und Bedingungen in der Flüchtlingshilfe stark gewandelt. Aus diesem Grund haben wir bei der letzten Jahreshauptversammlung einen Strukturwechsel unserer Arbeit beschlossen, den wir hier vorstellen möchten:

Die Vereinsarbeit soll sich in Zukunft auf drei Bereiche aufteilen:

1 Begleitung von neuen Nachbarn in der Ankunfts- und in Phasen in denen Unterstützung nötig ist
In Zukunft sollen sich Teams von zwei bis drei Begleiterinnen und Begleitern nur noch um neue Nachbarn kümmern, die entweder neu nach Ense kommen oder aufgrund besonderer Bedingungen einen erhöhten Begleitungsbedarf haben. Dieser Bedarf wird gemeinsam mit den Sozialarbeitern der Gemeinde Ense evaluiert und immer wieder überprüft.

2 Einrichtung und Führung eines Büros zur Beratung und Entwicklung einer Willkommen in Ense-App
Sobald ein neuer Nachbar selbständig genug ist, um seine oder ihre Dinge selbst in die Hand zu nehmen, sollen sich die Begleiterinnen und Begleiter nach und nach zurückziehen. Doch sollen die nicht mehr ganz so neuen Nachbarn an dieser Stelle nicht ganz allein gelassen werden. Ein Team von Ehrenamtlern soll gemeinsam mit den Sozialarbeitern der Gemeinde Ense ein Büro im Offenen Treff Lindenhof einrichten, in dem wöchentlich Sprech- und Telefonzeiten angeboten werden.

3 Das Anbieten von Aktivitäten und Events zum Kennenlernen und Integration im Offenen Treff Lindenhof
Ein weiteres Team von Ehrenamtlichen und neuen Nachbarn soll Aktivitäten im Offenen Treff Lindenhof planen und durchführen. Hierzu sind alle Enser herzlich eingeladen, mitzumachen.
Zusätzlich hat sich ein junges Team aus aller Welt zusammengetan und die Eventagentur LINDevents gegründet, die Konzerte, Lesungen und Comedy im Offenen Treff Lindenhof veranstalten und hierfür immer wieder interessante Künstlerinnen und Künstler einladen.

Bei Flüchtlinge werden Nachbarn in Ense e.V. arbeiten über 40 Menschen, Schüler, Studenten, Handwerker, Lehrer, Geflüchteten und Rentner. Wir sind ein buntes Team und ermöglichen jedem zu helfen wir er oder sie es kann und möchte. Die Heterogenität sehen wir als unser größtes Potenzial. Wir haben das Ziel, dass der Begriff Flüchtlinge aus den Köpfen der Menschen verschwindet und stattdessen der einzelne Mensch gesehen wird. Uns alle eint, dass wir Gutes tun, weil es uns guttut. Unsere Arbeit gibt uns das Gefühl politisch aktiv zu sein, wir stehen für unsere Meinung ein und sind damit Akteure im politischen Prozess. Dabei kämpfen wir für Menschenrechte, zeigen Ungerechtigkeiten auf und vermitteln sie der Öffentlichkeit.

Nach ihrer Flucht geraten die Menschen in ein bürokratisches System, dass sie in weiten Teilen entrechtet, verunselbständigt und demotiviert. Wir engagieren uns dafür, dass den in den Asylpaketen vereinbarten Einschränkungen auch Förderungen für integrationswillige Geflüchtete zur Seite zu stellen, um Motivation zu steigern.

Durch unser Begleitersystem kümmern wir uns um grundlegenden Bedürfnisse, wie Orientierung, Langeweile vertreiben, materielle Versorgung, Beratung und Sprachförderung. In Ense hat sich durch unsere Netzwerkarbeit ein Klima der Aufgeschlossenheit entwickelt. Wir haben uns intensiv bemüht, Kontakte anzuregen. Mittlerweile beteiligen sich die Geflüchtete ganz selbstverständlich am Gemeindeleben, wie Schützenfesten, Karneval etc. Durch unser Sommerfest, Informationsveranstaltungen, Workshops und Filmvorführungen (Süchtig nach Jihad, Hawar, Alles gut, Deportation class; mit den Filmemachern) konnten wir die Akzeptanz der Bevölkerung, den Abbau von Vorurteilen und einen konstruktiven politischen Diskurs initiieren. Da die Mobilität in Ense ein Problem ist, haben wir eine Fahrradwerkstatt eingerichtet, in der gemeinsam gebr. Fahrräder verkehrssicher gemachen u. ausgegeben werden. Unsere Arbeit wurde mit dem Gewinn des Ehrenamtspreis 2016 des FlüchtlingsRATes NRW und der Nominierung zum Engagementpreis NRW 2016 ausgezeichnet.