Begleitergruppe

In Ense ist die Unterbringung der Asylsuchenden dezentral gelöst. Wir haben eine Reihe von Wohnungen und Wohnheimen. Damit sich unsere Neunachbarn im alltäglichen Leben leichter zurecht finden, gibt es für jedes Haus möglichst zwei Begleiter, die als persönliche Ansprechpartner dienen. Die Neunachbarn können sich bei allen Fragen an ihre Begleiter wenden.

Wir haben mit Absicht nicht den Begriff der Paten verwendet, weil wir den Grad der Verantwortung dabei als zu hoch erachten.

Die Begleiterinnen und Begleiter unterstützen die Neunachbarn ehrenamtlich …

  • beim Zurechtfinden in Ense,
  • bei den ersten Fahrten mit Bus und Bahn,
  • bei den ersten Einkäufen,
  • bei den ersten Arztbesuchen,
  • indem sie zu Enser Veranstaltungen einladen und mitnehmen,
  • beim ersten Besuch des Sprachkurses,
  • einen Kindergartenplatz zu finden,
  • einen Verein zu finden, um einem Hobby nachzugehen
  • und bei Behördengängen.

Jeder Begleiter entscheidet in diesem Rahmen ganz individuell, wie intensiv die Begleitung gestaltet wird. Es ist uns ganz wichtig, dass niemand mit dieser Aufgabe überfordert wird. Deshalb gehört es nicht zu den Aufgaben der Begleiter,

  • dass sie rund um die Uhr erreichbar sind,
  • dass sie mit seinem privaten Auto Fahrdienste übernehmen. Eben nur in besonderen Ausnahmefällen.
Trotzdem entsteht durch die Arbeit als Begleiter große Nähe, Vertrauen und manchmal sogar Freundschaft. Das ist aber nicht Bedingung.

Die Begleiter sind Ansprechpartner, die dabei helfen sollen, dass die Neunachbarn aus ihrer sehr abhängigen Situation immer selbstständiger werden, um wieder Akteur ihres eigenen Lebens zu werden. Unmittelbar nach der Ankunft wird viel Hilfe benötigt. Nach ein paar Monate in Ense sollte die Intensität der Begleitung immer weiter abnehmen. Nach der Anerkennung kommt dann noch einmal eine Phase mit viel Bürokratie, Wohnungssuche etc, in der noch einmal eine intensive Begleitung gebraucht wird.

Die Aufgabe der Begleitung von Asylsuchenden bietet immer wieder Herausforderungen, neue Fragen und Probleme, mit denen wir keinen allein lassen möchten. Deshalb streben wir immer Begleiterpaare an und treffen uns einmal im Monat zum Begleiterstammtisch, um uns auszutauschen und gemeinsam Antworten und Lösungen zu finden.

Besonders toll ist es, wenn Neunachbarn nach einiger Zeit sogar selbst die Begleitung unterstützen, in dem sie neuen Flüchtlingen bei der Orientierung oder den Begleitern als Übersetzer helfen.

Die Leiter der Begleitergruppe sind Alina Brinkmann und Gerhard Schleimer.